Über mich

Ohne Fotografie müsste ich mich täglich wundern, wie ich hierhergekommen bin

Über mich

Ohne Fotografie müsste ich mich täglich wundern, wie ich hierhergekommen bin

Meine Kindheit hat eigentlich nie stattgefunden.

Und doch bin ich hier.

Erinnerst du dich an deine Kindheit? So richtig? Bei mir sind es nur wenige kleine Momente – zum Beispiel wie ich im Sonnenschein auf der Brücke über dem Bach unseres Dorfes saß. Es roch nach Sommer, das Wasser plätscherte vor sich hin und ich lernte die Uhr zu lesen. Dieser Augenblick ist aus irgendeinem Grund hängen geblieben, doch vieles ist einfach weg, als wäre es nie passiert.

Ohne Fotografie müsste ich mich täglich wundern, wie ich hierhergekommen bin – als Erwachsene Frau, mitten im Leben. Wäre nicht meine Oma immer mit der Kamera präsent gewesen, ich hätte heute kaum eine Vergangenheit. Diese Bilder, deren Entstehung ich ohne Hilfe nicht rekonstruieren kann, erzählen nichts Geringeres als mein Leben. Sie bedeuten mir sehr viel, denn ich erinnere mich nicht an die Erlebnisse, doch ich identifiziere mich und mein Sein mit diesen Fotos.

Sie geben mir ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit. Genau wie die Allgäuer Berge, die ich mein Zuhause nenne. Doch mit den Bergen ist es wie mit den Kindheitserinnerungen: Damals waren sie einfach da. Ich habe das nie hinterfragt. Und ich musste die Erinnerungen und die Berge erst hinter mir lassen, um einen neuen Zugang zu ihnen zu finden.

Profilbild IMKAphotos Outdoor Fotografin aus den Allgäuer Bergen

Alles auf Anfang

Wie die meisten Jugendlichen, richtete ich meinen Blick immer gen Zukunft. Ich wollte mehr erleben, mehr sehen, mehr sein und mehr werden. Die engen Schluchten der Berge fand ich weit weniger reizvoll, als das pulsierende Leben in den Städten. Die altbekannte Heimat war für mich ein offenes Buch, doch die Reiseziele, dich ich mit meinen Großeltern entdeckte, gaben mir ein Gefühl von Abenteuer.
Es war großartig, mit ihnen nach Italien, in die Schweiz, nach Dänemark, Frankreich und in die Niederlande zu fahren. Die Kamera war immer dabei und ich lernte mit jedem Mal besser mit ihr umzugehen.

Doch wer immer nach vorne will, genießt nie den Moment. Wer immer weiter will, kommt nie zur Ruhe. Diese Rastlosigkeit meiner Jugend brachte mich mitten im Studium an meine Grenzen. Von heute auf morgen musste ich lernen umzudenken, denn mein Körper weigerte sich plötzlich, dieses Tempo weiter mitzutragen. Und zum ersten Mal entdeckte ich nicht die Welt um mich herum, sondern mich selbst in dieser Welt.

Neue Wege auf alten Pfaden

Diese Erfahrung war ein großes Geschenk. Sie hat mich zurück zu meinen Wurzeln geführt und mir den Wert von Ruhe und Achtsamkeit vor Augen geführt. Wanderungen, die mir früher immer ein Graus waren, sind heute meine Kraftquelle. Die heimische Natur, die ich früher kaum wahrgenommen hatte, war plötzlich voller Wunder. Es war wirklich erstaunlich und hat mir eine ganz neue Wertschätzung für die Natur gegeben.

Heute liebe ich die Berge sehr. Die Wanderungen durch unberührte Landschaft lassen mich immer wieder in Ehrfurcht erstarren. Ich fühle mich frei und geerdet zur selben Zeit. Ich bin ganz bei mir und zugleich eins mit meiner Umwelt. Ein seltsames, friedliches Gefühl, das viele Wanderer in der Alpenwelt kennengelernt haben.

Wer perspektivlos ist, hat nicht genau hingesehen.

Bei diesem Wandel war meine Kamera eine große Unterstützung. Denn Fotografie schult das Auge für Perspektiven und Details. Ein Bild kann Stärke und Verbundenheit ausstrahlen, Gefühle auslösen und zum Ausdruck bringen, es kann den Betrachter einladen und einen Kontext schaffen.

Diese Erkenntnisse habe ich zunächst für meine eigene fotografische Entwicklung genutzt. Doch am Ende wurde mir klar, dass dieses Gefühl, das ich für meine Heimat heute habe, viele Menschen teilen. Unternehmer, deren Produkte die Seele der Berge in sich tragen. Kommunen, die mit den landschaftlichen Reizen ihrer Umgebung Touristen und Investoren inspirieren möchten, Teil ihrer Gemeinschaft zu werden.

Und all die Menschen, die die Bergwelt als das Wunder begreifen, das sie in Wahrheit sind. Denn sie sind es, die am Ende als Besucher oder Bewohner hierher kommen. Sie sind es, die die Produkte konsumieren – sei es weil sie sie bei ihren Touren benutzen möchten, oder weil sie sich durch naturnahe Produkte mit den geliebten Bergen verbundener fühlen. Sie alle teilen meine Sichtweise. Und ich kann sie mit meinen Bildern inspirieren.

Ich fühle die Berge. Ich sehe ihre Schönheit. Und ich habe gelernt, beides durch meine Fotografie zum Ausdruck zu bringen.

Deshalb frage ich dich

Was möchtest du den Menschen sagen, deren Herzen in den Bergen zuhause sind?

Lass uns darüber sprechen!

Ich freue mich auf deine Nachricht! – Katharina